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Presse


23.07.2017, Autor: York Schaefer M.A. freier Journalist, Quelle: "Wirtschaft in Bremen", Foto: Karsten Klama

Für mehr Durchblick in der Welt

Made in Bremen: Die Schilder von Marahrens sind überall zu finden – selbst auf Kreuzfahrtschiffen

Janina Marahrens-Hashagen könnte man als Unternehmerin alten Schlages bezeichnen. Eine agile, quicklebendige Frau, handfest und direkt im Umgang, mit sympathischer Ausstrahlung. Und auch nach 35 Jahren in leitender Funktion bei der Schilder- und Beschriftungs-Firma Marahrens noch immer mit reichlich Geschäftssinn und erfinderischer Neugier ausgestattet.

Beim Interview in einem schlichten Konferenzraum am Firmensitz der Marahrens-Gruppe im Grambker Industriegebiet zeigt die Unternehmerin Handyfotos aus Sydney, auf denen Straßenschilder mit großformatiger Blindenschrift in tastbarer Höhe zu sehen sind. „Die Blindenschrift im öffentlichen Raum ist ein spannender Markt und wird sich immer mehr durchsetzen“, meint die Firmenchefin über die sogenannten taktilen Leit- und Orientierungssysteme, mit denen sich Marahrens seit einigen Jahren beschäftigt. Dazu gehören Übersichtspläne für Gebäude, Handläufe in Brailleschrift für Treppenhäuser, tastbare Raumschilder und Bodenleitsysteme, die man mit den Füßen und dem Blindenstock wahrnehmen kann.

„Als Unternehmen muss man innovativ bleiben und sich immer wieder fragen: Was braucht der Markt?“, betont die gebürtige Bremerin, die in Hamburg Wirtschaftswissenschaften und Bankenwesen studiert hat, und das inhabergeführte Familienunternehmen Marahrens zusammen mit ihrem Bruder Jörg Marahrens in der zweiten Generation leitet.

Was heute ein international operierender Mittelständler mit gut 180 Mitarbeitern ist, hat in der schweren Nachkriegszeit sozusagen in Heimarbeit begonnen. 1949 gründete Heinrich Marahrens, gelernter Graveur und Vater der heutigen geschäftsführenden Gesellschafterin, im Lesumer Wohnzimmer seiner Mutter die Gravieranstalt. Einfache Hinweisschilder und Stempel markieren den Beginn der Unternehmensgeschichte. In den 1950er Jahren zieht die Firma erst nach Walle, dann nach Gröpelingen. 1994 erfolgt der Umzug nach Grambke, wo die Marahrens Gruppe heute je eine Halle für die drei Betriebsgesellschaften Schilderwerk, Schiffsbeschilderung und Sicherheitskennzeichnungen auf etwa 16.000 Quadratmetern Fläche unterhält. Über Umsätze spricht Janina Marahrens-Hashagen ungern, dass man im unteren zweistelligen Millionenbereich liegt, verrät sie dann doch.

Marahrens stellt Produkte her, die für eine moderne, komplexe Welt unabdingbar zu sein scheinen. Der schnelle, direkte Weg von A nach B, die Standortbestimmung oder Handlungsanweisung, der Hinweis, das Gebot, das Verbot – ohne Schilder, Wegweiser oder Signale würde den Menschen die Orientierung fehlen. Kein Arzt ohne Praxisschild, kein Einkaufszentrum ohne Leuchtwerbung, kein Kreuzfahrtschiff ohne komplettes Leitsystem. Dazu gehören auch Notausgang- und Brandschutz-Schilder oder Fluchtwegpläne – unscheinbar zwar, aber unter Umständen lebensrettend.

Das Grambker Unternehmen bedient diesen Markt mit Hinweisschildern Fahrzeugbeschriftungen, Lichtwerbe-Anlagen, Schildern für Hotels, mit Sicherheitsmarkierungen und Frontplatten für Industrieelektronik und ist zudem einer der weltweit führenden Produzenten von Beschilderungen für Kreuzfahrtschiffe. Made in Grambke sind zum Beispiel sämtliche Schilder auf der in Finnland gebauten „Oasis of the seas“, einem der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt mit mehreren Tausend Kabinen. „Auf einem Schiff dieser Größe sind 80000 Schilder keine Seltenheit“, weiß Janina Marahrens-Hashagen. Auch im Bremer Stadtbild Bremens gibt es einige Referenzobjekte der Grambker Schildermacher. Die großen Reklame-Beschriftungen an der Waterfront oder am GOP-Varieté zum Beispiel sind im Gewerbegebiet Auf den Sandbreiten entstanden.

Rundgang durch das Unternehmen, die Firmenchefin geht flott voran, es gibt viel zu sehen. Im Treppenhaus riecht es nach Farbe, erste Station ist der Siebdruckbereich. Standardschilder in höheren Auflagen werden hier produziert, unter anderem auch solche, die im Dunklen noch bis zu zehn Stunden nachleuchten.

Es geht vorbei an der „Stempel Factory“, ein kleiner Raum, der mit Hunderten von Holzstempeln in kleinen Kästen an der Wand an die Ursprünge des Unternehmens vor fast 70 Jahren erinnert, in dem aber mit der Lasergravur auch längst die Moderne Einzug gehalten hat. „Es ist erstaunlich, wie viele Stempel noch in Kliniken, Ämtern oder auch im privaten Bereich benötigt werden. Bis zu zwanzigtausend produzieren wir pro Jahr“, sagt Janina Marahrens-Hashagen.

In einer weiteren Halle summen mehrere Meter große Digitaldruckmaschinen, mit denen zum Beispiel großflächige Bauschilder entstehen oder fotorealistische Motive auf Banner gedruckt werden, die ganze Häuserfassaden bedecken können. Dass man schon seit einigen Jahren auch digitale Schilder produziert, die per Touchscreen bedienbar sind, versteht sich für Marahrens von selbst.

Wie in einem klassischen Industrieunternehmen sieht dagegen der Bereich Metallverarbeitung bei den Grambkern aus. Bis zu drei Meter breite Kantbänke stehen hier neben Schweißanlagen und großen blauen Stanzen, mit denen man Frontplatten und Gehäuse für die Elektroindustrie herstellt. „Dank unserer Fertigungstiefe können wir auch solche Produkte anbieten. Wir machen noch viel klassische Manufaktur“, sagt Janina Marahrens-Hashagen stolz.

Auch der Übergang zur dritten Generation läuft bereits bei dem Schildermacher. Ab August wird Jan-Christian Hashagen, 30 Jahre alt und Sohn der Firmenchefin, eine Aufgabe in der Geschäftsführung übernehmen. Kontinuität in einem Familienbetrieb, die heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

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