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Presse


10.11.2017, Autor: Martin Schäfer, Quelle: "Kreiszeitung"

Leuchtspuren aus Bremen

Schilder der Firma Marahrens sind auf See allgegenwärtig und an Land weit verbreitet

Ein Einzelstück: In sechs Richtungen weist ein großer Wegweiser, montiert auf einem Ständer. Es geht zu einem Theater, einer Promenade und auch zu einem Kletterbereich. Beides darf nicht viel wiegen, denn es kommt an Bord des in Frankreich entstehenden Kreuzfahrtschiffes „Symphonie“. „Das ist alles Manufaktur-Arbeit. Allein der Lackierer arbeitet daran 20 Stunden“, sagt Thomas Robbers, Schilder- und Lichtreklamehersteller bei der Marahrens-Gruppe in Bremen. Solche Schilder sind eine Spezialität des  Unternehmens.

„Der Einsatz der Schilder auf Schiffen ist gar nicht so viel anders als an Land. Es ist, als ob man eine schwimmende Stadt beschildert“, sagt Janina Marahrens-Hashagen. Die Tochter des Firmengründers Heinrich Marahrens und heutige geschäftsführende Gesellschafterin kam 1982 in das Unternehmen. Damals hatte es 14 Beschäftigte, mittlerweile halte sich die Belegschaft stabil bei etwa 200 Personen, davon 45 Prozent Frauen.

Marahrens stattet die Schiffe aller großen Kreuzfahrtlinien aus, gilt als „Hidden Champion“. 1998 übernahm sie die Leitung, damals zusammen mit ihrem Bruder Jörg Marahrens. Jedes Schiff sei anders und darum entstünden die Schilder in Einzelfertigung. „Allein in jeder Fahrgastkabine hängen mindestens sieben Schilder“, sagt Marahrens-Hashagen. So werde etwa darüber aufgeklärt, was man nicht in die Toilette werfen darf. Wichtig seien auch die Sicherheitsbeschilderung und Weghinweise und auch Leuchtstreifen, wenn in Notsituationen mal das Licht ausfällt.

Die Bremer beschildern auch die „Aida“-Schiffe. Eine Spezialität bei diesen sind die Leuchtbuchstaben am Schornstein. „Insgesamt kommen mehrere Container Schilder für ein Kreuzfahrtschiff zusammen“, sagt Marahrens-Hashagen. Der Preis für eine solche Ausstattung läge zwischen einer halben und einer Millionen Euro. Die Bauaufträge für die jüngsten zwei Schiffe der „Aida“-Serie gingen an Mitsubishi Heavy Industries in Nagasaki (Japan). Auch ein logistischer Aufwand: Die Schilder mussten je nach Stand der Bautätigkeit vor Ort eintreffen und dann an Bord angebracht werden. Aus Bremen waren fünf Mitarbeiter als Supervisor zur Montage in Nagasaki.

Die „Bremen“ war das erste Kreuzfahrtschiff, das mit Schildern der 1949 gegründeten Firma Marahrens ausgestattet wurde. „Damals waren das noch Gravur-Schilder. Heute ist alles beleuchtet und mit LED-Technik ausgestattet. Wir müssen die Stromversorgung planen und mit den Innenausbauern abstimmen. Wir zeichnen die Stromversorgung immer auch auf Karten ein, damit die Abstimmung mit weiteren Zulieferern funktioniert“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin weiter. Auch seien immer wieder statische Berechnungen nötig, wenn Schilder auf Ständern stünden. Die Beschilderung von Schiffen macht mittlerweile 45 Prozent der Geschäfte des Unternehmens aus. „Wir beliefern weltweit alle Kreuzfahrtunternehmen. Schilder werden auch für Umbauten gebraucht. Auch Marine-Schiffe haben viele Schilder an Bord“, sagt Marahrens-Hashagen. Die Marine ordere viel Gravur- und Sicherheitsbeschilderung.

Auch an Land sind Schilder des Bremer Unternehmens zu finden. Die Bandbreite reicht vom Klingelschild bis zur komplexen Innen- und Außenbeschilderung. Aus dem Werk stammt der Schriftzug an der „Waterfront“ in Gröpelingen und dort auch das große Außenlogo von „Primark“. Marahrens-Hashagen zeigt ein Foto von Montagearbeiten. Männer stehen auf dem Dach vor einem Gerüst. Hinter ihnen stehen riesige, etwa fünf Meter hohe, Buchstaben: der Schriftzug der Firma J. Müller. „Bei dieser Konstruktion können die Buchstaben heruntergeklappt werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn LEDs gewechselt werden müssen“, sagt sie.

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